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Unser Liebblingsblog

 

Bloggerin

Bernadette Maria Kaufmann

Essaysammelband

Druckskript

Petra Mettke, Karin Mettke-Schröder/Eruption/Essaysammelband /Druckskript/2013

 

 

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder

 

 

Eruption

 

Essaysammelband

2013

62 Seiten

Werksidee

 

 

Das Essay war ein Bestandteil des germanistischen Lehrstoffs und wurde von uns auch als Form für Hausarbeiten entdeckt. Zum Multatuli-Seminar (holländischer Schriftsteller, Eduard Douwes Dekker, 1820-1887) lieferten wir unser erstes Essay ab, das zweite entstand im Rühmkorf-Seminar (deutscher Schriftsteller, Peter Rühmkorf, 1929-2008).

Das Multatuli-Essay war eine Hausarbeit und noch als Schreibmaschinenabschrift abgegeben, während das Essay vom Kenilworth-Märchen als Vortrag im Beisein von Peter Rühmkorf vorgetragen wurde, wodurch es  handschriftlich blieb. Im Fundus hatten sie überlebt und nach einer Sichtung schienen sie uns geeignet, in unseren Essay-Sammelband aufgenommen zu werden, quasi als Frühwerk.

Inhaltsverzeichnis

 

Titel

 1. Essay

Essay zum Lebenslauf aus dem Multatulikatalog "Spuren der Anstrengung"

2. Essay

Essay – zum Vortrag über die Kenilworthstory

3. Essay

Wie wirklich ist eine Vision?

4. Essay

Freiheit

5. Essay

Verjüngung vs. Verklugung

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder

 

 Essay

1

 

zum Lebenslauf aus dem Multatulikatalog

"Spuren der Anstrengung"

 

Seminararbeit vom 25.10.1987

1987

3 DIN A4 Seiten

Seminar am Fachbereich 09 (Germanistik) an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Wintersemester 1987/88

GS

Multatuli

Eduard Douwes Dekker

Einladung zur Besichtigung der Werke und Briefe eines Verkannten und Verbannten

Leseprobe aus dem 1. Essay

Essay

zum Lebenslauf aus dem Multatulikatalog

"Spuren der Anstrengung"

 

Mit beeindruckender Rührigkeit war(en) hier (ein) Autor(en) am Werk, dessen (deren) Ziel es gewesen sein möchte, das Superlativ an umfassender Sekundärliteratur zum Erzählen zu bringen, freilich in der Manie des Meisters selbst – dem Chaos. Der Lebenslauf resultiert sich aus dreigradigen Quellen,

der 1. Grad ist Multatuli selbst und seine Beriefe,

der 2. Grad stellt die Zeitgenossen des Schriftstellers dar, durch ihre Briefe an ihn und

die 3. wurden aus Werken holländischer Literaten über Multatuli zusammengestellt. Da sich noch ein Zwischentext neben den Literatenquellen befindet, liegt also die Vermutung sehr nahe, daß es (einen) Autor(en) gegeben haben dürfte.

2

 

zum Vortrag über die Kenilworthstory

 

Seminararbeit von 1987

1987

5 DIN A4 Seiten

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder

 

 Essay

Seminar am Fachbereich 09 (Germanistik) an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Jahr

Wintersemester 1987/88

HS

Lyrik der Gegenwart: Pastior und Rühmkorf

Blockseminar im Rauischholzhausen

Leseprobe aus dem 2. Essay

Essay

 

zum Vortrag über die Kenilworthstory

 

Schon beim ersten Lesen stellt sich heraus: Auf Wiedersehen in Kenilworth – ein Märchen? In 13 Kapitel?

Der Widerhaken – ein Märchen? entpuppt sich als Schlüssel zu dieser höchst arroganten Story. Denn sie tut uns nicht den Gefallen äußerlich äquivalent ein Image korrekt zur inneren Botschaft zu tragen, um uns die leidigen Überlegungen zu ersparen. Unserer modernen „Sparüberall“Zeit unangepaßt, nimmt sie sich das Selbstbewusstsein heraus, anders zu sein und nötigt uns zur näheren Betrachtung.

Die Kenilworthstory – was ist sie? Was will sie?

Die Herausforderung weist uns lange Wege: Der Ausgangspunkt einerseits postiert sich als Gattungsbegriff auf, andererseits formuliert er eine freche Behauptung. Neben eben dieser Genrebezeichnung steht doch schon der glatte Beweis für eine Lüge, nämlich in 13. Kapiteln. Jedes Kind kann das bezeugen. Was also soll das?

Karin Mettke-Schröder

 

 Essay 

3

 

Wie wirklich ist eine Vision?

 

Nachwort des 9. Bandes des Gigabuches Michael

2001

16 Seiten

Nachwort im Gigabuch Michael Band 9

Michael. Ein Traum-Schicksal in Tagebuchblättern. Band 9, Die Woss-Legende 5

Leseprobe aus dem 3. Essay

 

             Essay

 

Wie wirklich ist eine Vision?

 

 

        Aus heiterem Himmel trat am 11. Februar 1993 das Ereignis des Michael-Traums ein. Ebenso urplötzlich verschwand der Traum am 18. Oktober 1996 unwiderruflich. Er wurde während seiner vierjährigen Aktivität vollständig dokumentiert. Dennoch ist er ein Phänomen ungeklärter Zuordnung geblieben. Inhaltlich erzählt er eine einhundertdreizehnjährige visionäre Zukunftsvorstellung.

      Nachdem das magische Millennium apokalypsenfrei, euphorisch und bedeutungslos an uns vorbei gegangen ist, bleibt die Frage offen, gibt es eine andere Zeit als unsere aktuelle Zeit in Texten? Unterscheiden sich die historische Quelle und die prophetische Vision wirklich durch eine abweichende Zeit von der aktuellen Information unserer Zeit?

        Texte haben ein Timing. Nichts erscheint uns so überholt, wie die neueste Nachricht von gestern. Lesen wir diese nach einem größeren Zeitraum noch einmal, finden sich auf den drei Ebenen der Worte, der Fakten, des Inhalts Abweichungen, d. h. auch wir haben ein Timing. Worte können sich bedeutungsmäßig verändern, nicht mehr gebräuchlich oder durch fremdsprachige Vokabeln verdrängt sein. Fakten veralten, weil sich der Wissensstand unaufhörlich durch Verfeinerung und Entdeckung verändert. Inhalte wurden ohne Überblick über das sich Ereignende erstellt, wodurch Wahrscheinlichkeiten für Ergebnisse gehalten wurden, was dann nicht mehr zutreffend ist. Das heißt, es existieren mehrere Ebenen von Zeit im Text. Allen ist gemeinsam, dass sie ihre eigenen Entwicklungsverläufe besitzen, aber koordiniert wirken. Je aktueller ein Text ist, desto mehr Unstimmigkeiten können später auftreten. Dieser Alterungsprozess bezieht sich immer auf die Aktualität und erzeugt indirekt die Wertung für Unwahrheit.

   Man könnte schlussfolgern, dass ein aktueller Text immer unstimmiger/unwahrer wird, je mehr er altert. Doch das ist falsch! Denn nicht der Text verliert an Substanz, sondern der Betrachter gewinnt zwingend an Wissensparametern dazu. Sein Bewusstseinsstatus ist aktuell, analog seiner Bewusstseinsreife. Derselbe aktuelle Text zur Quelle gealtert wäre weiter stimmig, wenn man das aktuell bleibende Bewusstsein des Betrachters auf den allgemeinen Bewusstseinsstand des Textentstehungsdatums einschwingen könnte. Das geht noch nicht. Ebenso kann niemand derzeit einen beliebig vergangenen Bewusstseinsstatus simulieren.

 

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder

 

 Essay

4

 

Freiheit

 

Nanobook 10

06.03.2005

20 Seiten

Aus der Reihe der Nanobooks

Nanobook Nr. 10

Leseprobe aus dem 4. Essay

Essay

 

Freiheit

 

Seit dem Tsunami vom 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean hat sich in unserer Auffassung das Wort Freiheit substanziell verändert. Wenn die Erde bricht, existiert dann noch die Freiheit? Und wenn ja, für wen oder was? Wie frei ist Leben, wenn die Leben spendenden Elemente völlig frei reagieren? Dies soll ein Versuch sein, die in unseren Breiten übliche Bedeutung des Begriffs Freiheit auf den Prüfstand zu stellen, jenen Sinncharakter hinterfragen, den wir meinen, wenn wir das Wort heute benutzen.

Freiheit ist ein abstrakter Begriff. Die Evolution hat Freiheit nicht definiert, schließt jedoch ihre abstrakte Existenz nicht aus. Ultimative Freiheit gibt es nicht. Freiheit existiert nur an Bedingungen gebunden.

Angesichts der verheerenden Auswirkungen der modernen Sintflut wirft sich die Frage auf, welche Bedingungen es sind, die uns letztendlich frei machen. Die Urgewalten des Planeten waren von je her ein Thema, sie kommen relativ selten vor, wenn man die Kurzlebigkeit der Ahnenerfahrung als Maßstab verwendet und sind garantiert ins Gedächtnis der Menschheit eingegangen. Viele der Berichte, wie sie sich beispielsweise in der Bibel befinden, werden als so übertrieben angesehen, wenn lange keine überdimensionale Katastrophe geschah, dass sie als Fiktionen bewertet werden.

Eine Sintflut ist seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 prinzipiell keine Phantasieüberhöhung mehr. Die Menschheit wurde durch eine entsprechende Erfahrung erneut belehrt. Es gibt sie, die plötzlichen Erscheinungen, die sogar die Evolution beeinträchtigen können. Eine der Grundbedingungen für die Existenz des Abstraktums Freiheit ist, einen Lebensraum vorfinden, einen Platz in Anspruch nehmen können, weil er vorhanden ist. Der Organismus Sonne mit seinen Planetensystem hat da ein recht großes Mitspracherecht. Viel, viel größer, als die gesamte Menschheit, das komplette Tierreich und die vollständige Pflanzenwelt zusammen. Wissen wir das? Unsere Vorfahren himmelten die Sterne an, sagt derzeit unsere Forschung. Oder wussten und akzeptierten sie vielleicht nur, dass diese Konstruktion da draußen im Weltall im ungünstigsten Falle der ganzen Evolution das Licht ausblasen könnte oder im günstigsten Fall allem Leben prosperierende Zeiten schenken würde? Von solcher Akzeptanz hat uns unsere Geisteshaltung frei gemacht, aber sie konnte uns keineswegs vom Risiko befreien, welches sie uns ignorieren lehrte.

Nun scheint es, als sei die Ursache für den aktuellen Tsunami ein Erdschollenruck gewesen. Es soll sich ein Unterwassergebirge aufgefaltet haben. Unser Planet ist voller Gebirge und Gebirgsketten, die er alle selbst entstehen ließ. Was wir dieses Mal als Katastrophe ausmachen können, ist nichts anderes als ein total normaler Prozess des Erdinnenlebens. Der Planet Erde ist primär doch eine Chemiefabrik, deren äußerliche Auswirkung eine ewige Erdplattenmetamorphose ist, die je nach Temperatur ihre Konsistenz annimmt. Sekundär ist die Erde unser Wirt. Weiß das die Erde? Könnte sie nicht versuchen, sich von uns zu befreien? Sie hätte keinen Nachteil, uns aber würde die entscheidendste, erste Bedingung fehlen, der Ort unserer Existenz.

Karin Mettke-Schröder

 

 Essay

5

 

Verjüngung vs. Verklugung

 

Nanobook 15

2013

20 Seiten

Aus der Reihe der Nanobooks

Nanobook Nr. 15

Lesprobe aus dem 5. Essay

Essay

 

Verjüngung vs. Verklugung

 

Die eigenen Gedanken, von Zeit zu Zeit niederzuschreiben, bedeutet nicht nur, sie zu konservieren, sie werden dadurch auch objektiver, da man sicher vor verfälschender Erinnerung sein kann. Sie sind wie ein Archiv des Zeitgeistes. Und von Zeit zu Zeit kann man sie lesen und weiterführen, sie mit neuen Gedanken konfrontieren oder überprüfen, ob sie ihre Berechtigung in der "Neuzeit" noch besitzen.

Was sie nie verlieren, ist ihr Zeitdokumentationswert, wobei der Zeitfaktor eine große Rolle spielt. Wenn ich mir heute 2013 meine Gedanken von 2005 vornehme, liegen 18 Jahre, fast zwei Dekaden dazwischen. In diesem Zeitraum hat sich grundlegendes verändert und es ist die Frage, wie weit haben sich die geistigen Werte tatsächlich verändert.

Was mir am meisten aufgefallen ist, ist die Oberflächlichkeit, sowohl als Erscheinung, wie als Wertemesser. Dementsprechend fallen die Urteile, Debatten oder Gedanken, die die Welt zu bewegen scheinen, auch oberflächlich aus. Sie „scheinen“ und damit bin ich an ein heißes Thema der heutigen Zeit angekommen, der Sucht nach der Aufmerksamkeit der Medien. Die Welt erscheint nun nach dem Gefühl unehrlich geworden zu sein, praktisch verlor die Welt des Seins ihre Stabilität, die Welt des Scheins scheint die Gegenwart zu beherrschen. Aber betrachten wir die Welt nicht zu einäugig? Und wie sehtüchtig ist dieses Auge eigentlich noch?

Zugegeben, meine Gedanken von 2005 waren pessimistisch, was ja kein Wunder ist, denn die Entwicklungstendenzen ließen in ihrer Einseitigkeit auch keine großartigen Resümees zu. Ich besitze die Rückwärtsperspektive heute und die sagt mir, wer weiter meint, der Pessimismus -alles geht weiter den Bach runter- scheint unbesiegbar, der ist immer noch sehbehindert. Die optimistischen Entwicklungstendenzen sind unübersehbar, aber noch nicht als ein neues Weltordnungsprinzip erkennbar.