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Bernadette Maria Kaufmann

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Gedichtband

Die Handschriften des Gedichtbandes

Verworfene Handschriften aus den 70er und 80er Jahren

 Bevor ein sauberer, wenn auch handschriftlicher, Band zu einem Produkt wird, liegen viele Schritte, die die Notwendigkeit zur Systematisierung und Ordnung erfahrbar machen. Ein Werk ist nie nur durch sich selbst ein Produkt, es muss immer gefertigt werden, gewollt sein.

Die wenigen Überreste aus den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts belegen nicht mehr als meine Motivation. Anhand der Papierstruktur und der zufälligen Schreibmittel wird ersichtlich, welche Abfalloptik diese Originale besitzen. Zu ihrer spontanen Verschriftlichung kommen noch die Konservierungskiller, Fett, Dreck, Papierschädlinge und Vergilben hinzu, sowie die falsche Papiersorte und der vergängliche Bleistift. Das muss man erst einmal lernen. © PM

 

 

 

 

Originalhandschrift

 

 

von

 

 

Petra Mettke

 

 

 

 

Petra Mettke/Gedichtbandoriginal von 1979/Aphorismus

Das erste Werk von 1979

 

 

Ich wurde immer wieder gefragt, wie ich auf die Idee gekommen sei, mit dem Schreiben ernsthaft anzufangen, um ein erstes Werk zu schreiben:

 

Als ich das Gedicht Freiheit in einem spontanen Anflug von Formulierfreude am 18. Oktober 1979 schrieb, wollte ich es stolz in die Zettelkiste legen, wo so viele andere Zettel ihr Dasein fristeten. Doch dieses Mal war alles anders. Ich hatte das Gefühl, dass dieser Zettel nicht unter die Unfertigen gehörte und sah mich um, ob ich nicht eine andere Möglichkeit hätte, ihn aufzubewahren. Da fiel mir das kleine, linierte Büchlein in die Hände, für das ich noch keinen Verwendungszweck auserkoren hatte und überlegte. Wie wäre es, ein Werk anzulegen? Also ließ ich die ersten Seiten frei, denn ein Werk hat ein Inhaltsverzeichnis. Dann bekam mein Gedicht einen endgültigen Titel und eine Nummer, die die Aufzählung der Gedichte werden sollte. Dann trug ich es mit Bleistift in Schönschrift ein, um radieren zu können, wann immer etwas falsch liefe. An das Ende des Gedichtes setzte ich das Datum und meine Initialen, weil ich glaubte, ich müsse so etwas wie eine Unterschrift leisten. Anschließend trug ich die 001 in das Inhaltsverzeichnis und den Titel ein. Meiner Schätzung nach bestand die Zettelkiste aus 100 Entwürfen, da ich aber gleich davon ausging, vieles verwerfen zu müssen, ließ ich keine 100 Zeilen im Inhaltsverzeichnis.

Manuskript

Petra Mettke/Gedichtbandoriginal von 1979/Innencover

 

 

 

 

Geschrieben:

Vom 18.10.1979-10.05.1987

Dauer:

7 Jahre und 7 Monate

Gedichtanzahl:

93 Gedichte

Aphorismen:

6 Aphorismen

Meditation:

1 Text

Seitenzahl:

96

 

 

 

 

Petra Mettke/Gedichtbandoriginal von 1979

Ein Fehler, wie sich später herausstellte. Das war die Geburtsstunde meines ersten Werkes, denn mit der Übertragung auf ein Format, welches mir unbefristete Gültigkeit suggerierte, bekam ich den Motivationsschub, dieses Bändchen planmäßig und konsequent voll zu schreiben. Vorrat an Themen und Material lag in der Kiste der befristeten Haltbarkeit und harrte der Vollendung zur Ewigkeit. Dieses Gefühl des Schaffens hat mich mein Leben lang begleitet und mich geschliffen und mich werden lassen. Mit dem geschwungenen PM, welches damals mein Logo darstellte, füllte ich ganz persönlich bleibend die Titelseite aus. Heute kann man anhand der Datumsangabe nachvollziehen, wann ein weiterer Zettel die Kiste verlassen konnte, um überarbeitet und beendet in das erste Werk aufgenommen zu werden. Bald wurde mir der Rahmen zu eng, den ein Gedicht aufweist und so entstanden weitere Werke für andere Gedankengrößen, doch die Kiste arbeitete ich bis zum bitteren Ende leer.

© PM

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