Neues Bilderbuch
Die ™Gigabuch-Bibliothek in Bildern
224 Seiten
Kostenloser Download
Bilderbuch2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 8.0 MB

Unser Liebblingsblog

 

Bloggerin

Bernadette Maria Kaufmann

Michael. Manuskript Band 13

Handschrift

Petra Mettke/Gigabuch Michael 13/Originalordner/1996

 

 

 

MICHAEL.

 

Ein Traum-Schicksal

in

Tagebuchblättern

Die Unions-Legende 1

Band XIII

 

Seite 1-656

 

 

 

(1. Teil des Zyklus')

Gigabuch Michael Band 13

 

13

 

Geschrieben:

vom 08. Februar 1996 bis 22. März 1996

Kapitelanzahl:

44 Notate

Seitenanzahl:

656 Seiten DIN A5 Ringbucheinlage

Dauer:

44 Tage

Inhaltszeit:

Anno 2084

Buchteil:

13. Band

7. Zyklus

3. Legende

Unions-Legende 1

Zyklus:

Der Konstruktive

 

Blick ins Manuskript

Leseprobe aus Notat 554

Die Unions-Legende 1

 

Anno 2084

Die Nacht zum 08. Februar 1996

 

Einschlaftraum

Als ich sehe, dass ich in der Schwerkraftschleuse stecke, die sich im Haus auf Hawaii befindet, wundert mich kurz, was ich da tue. Offensichtlich habe ich den Mechanismus aus reinem Spielstrieb verzögert und verkehrt, womit ich erreiche, dass ich drinnen stecken bleibe und mein Herabrutschen verhindern will. Ich spüre deutlich Lust dazu und Freude über diese sinnlose Beschäftigung. Inwiefern ich diese Rutschpartie technisch realisiere, lässt sich nicht ermitteln.

Schwupp, und ich bin oben. Automatische trete ich aus der Schleuse mit dem Gefühl, Spaß gehabt zu haben. Michael tritt gerade auf mich zu, beziehungsweise auf die Schleuse, und macht einen stinkigen Eindruck. Er sieht mich abweisend bis feindlich an, geht krumm oder zumindest auffallend geknickt und ist verbittert alt wirkend. Ich gehe einen Schritt auf ihn zu, kenne diese Griesgrämigkeit. Er reagiert regelrecht allergisch auf meine Vitalität, ist selbst hinfällig erscheinend. Er weicht mir in einer kalten Entschiedenheit aus, tritt entschlossener Flucht an mir vorbei, um in der Schleuse zu verschwinden. Ich falle ihm mal wieder tierisch auf den Nerv, allein mein Erscheinen genügt, fühle ich.

»Michael!« sage ich versöhnlich: »Was hast du denn schon wieder?« -

»Nichts!« zischt er abfällig.

»Ach, komm! Ich habe nur ein wenig trainiert!« schüttle ich nachsichtig meinen Kopf über ihn.

Er zögert.

»Komm, warte und nimm mich eine Sekunde in deine Arme. Ich kann doch nichts dafür, dass du so wenig Frieden mit deinem Alter findest.«

Er bleibt stehen, schaut mich an und breitet zögerlich seine Arme aus. Ich umschlinge ihn mit heißem Verlangen wie eh und je. Bei mir hat sich nichts geändert, stelle ich fest. Aber bei ihm. Es ist reines Pflichtgefühl, dass er mich an sich drückt, er verspürt keinerlei Liebe mehr. Das fortschreitende Alter hat den herrlichen Stillstand des Körperzerfalls überwunden und ihn gezeichnet. Er ist unverkennbar zu alt für die Liebe, wobei ich nicht etwa die körperliche Liebe meine, sondern die seelische Fähigkeit, sich als liebesfähig wenigstens im platonischen Sinne zu halten. Er ist inwendig leer. Als Ursache ist mir bekannt, dass er mir meine Jugendlichkeit neidet, während er unwiderruflich verfällt. Sein Alterungsprozess ist allerdings keineswegs bedenklich, wenngleich ich nicht sagen könnte, wie alt er jetzt eigentlich ist. Dieser Neid wird vermutlich von meinem Anblick ausgelöst und durch alles was ich tue, erzeugt. Er steht nicht darüber, im Gegenteil, sonst hätte er mit sich seinen Frieden gemacht und es akzeptiert. Er fühlt sich stattdessen als Opfer. Dabei ist Alterung keine Zwangsmaßnahme unnatürlicher Art, sondern entwöhnende Konsequenz materiellen Lebens. Ich drucke mich fest. Investiere all meine Liebesfähigkeit in diesen Stein eines alten Mannes, so als sei es ein individuelles Problem Michaels und nicht das eines progressiven Verfall im Rahmen seiner Generation.

»Michael,« hauche ich, »du darfst dich nicht so grämen.« -

»Nein, ich weiß.« klingt es hohl und abwehrend.

»Du vergeudest Zeit und dich.« lasse ich ihn los, schaue ihm tief und fest in die Augen und schmunzle ihn an.

»Ja.« versucht er freundlich zu lächeln.

Es sieht aus, als wäre er beleidigt und bräuchte nur ausschnappen, aber dem ist nicht so.

»Ich habe doch nur ein wenig Spaß gemacht, dort wo es niemanden stört, Michael. Sei lieb, gib mir einen Kuss!« fordere ich mild.

Er gibt mir widerstandslos einen Lippenstüber, geht nun mich loslassend in die Schleuse und knurrt ungehalten:

»Du kannst gut reden!« zischt es bis es in Knurren übergeht: »Du nervst!«

Ich sehe ihn verschwinden, fühle mich aber nicht gekränkt, sondern empfinde Mitleid für sein Selbstmitleid. Ich folge ihm und sehe unten angekommen, dass vermutlich Moses mit wirrem, unordentlichem Haar, dem Rücken zu mir am Terrassentisch sitzt und zwar in der prallen Sonne. Er nimmt keinerlei Notiz von uns und liest auf beide Unterarme gestützt weiter. Michael macht ihn an, als er vor mir heraustritt:

»Setz den Tisch gefälligst in den Schatten, ich will auch Platz nehmen.«

Es klingt herrschsüchtig und grantig. Moses wirkt auf mich verwahrlost und dick geworden. Darüber mache ich mir aber irgendwie keine Sorgen, sondern finde die Szene so abstoßend, dass sie mich langweilt. Ich weiß nicht wie, auf keinem Fall durch die alte Technik des Gebeamt Werdens und möglicherweise auch nicht durch die Beherrschung der neuen Technik, sitze ich plötzlich auf der Bank vor unserem Ranchhaus in Michaelcity. Ich sitze im Grünen und sehe statt des Neubaus nur Grünflächen, Park, Bäume. Ob der See noch vorhanden ist, weiß ich nicht auf Anhieb zu sagen, die Mauer und Michaelcity dahinter ist erstaunlicherweise fort.

»Was machst du denn hier?« hindert mich Michaels Stimme am Schauen.

Er steht neben mir und hat mich offensichtlich gesucht. Ich bin mir unsicher, ob viel Zeit zwischendurch vergangen sein könnte, seine Haltung ist entspannter.

»Nichts. Ich schaue nur.« und sehe keinen Spielsplatz mehr, aber eine weitläufige Kolonie um uns.

Etwas Wehmut verspüre ich, als ich beim Schweifen meines Blickes den Park registriere, wo einst der Spielplatz war. Die vielen Häuschen, die alle nur ein bis zwei Stockwerke haben, verteilen sich in einer harmonischen Begrüßung und sind unsere Clankolonie.

Inhaltsangabe des 7. Zyklus'

Mit dem 7. Zyklus und Band XIII beginnt die Unions-Legende, die den organisatorischen Überbau der Astralen als eine Spezies in ihrer Muttergalaxie preisgibt. Als Schutzmacht ist sie der beste Garant vor vorzeitigen kosmischen Katastrophen, den die Erde finden konnte. Der Zusammenschluss der positiven Polarisation des Universums zur Union basiert nicht auf evolutionärer Gleichheit, sondern ladungsidentischer astraler Lebensform. Mit der Vereinigung ist eine Schutzblase verbunden, die die Abwehr der positiven Halbkugel vor zufälligen Übergriffen der Antipollebensformen gewährleistet. Kontakte beider geladenen Wesensformen werden vermieden, da sie zur Auslöschung führen.

Missionen beider Pole zur Informationsbeschaffung sind unumgänglich, da sie den Status von Ernährung haben, deshalb stellen sie eine ständige potentielle Gefahr für die schutzlosen Randbereiche dar.