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Bernadette Maria Kaufmann

Esmerlda, der Zweitmensch

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Karin Mettke-Schröder/Gigabuch Universum 2/Esmeralda, der Zweitmensch/Endfassung von 2014

 

 

Karin Mettke-Schröder

 

Esmeralda, der Zweitmensch

 

™Gigabuch Universum Band 2

Endfassung von 2014

Datei

420 Seiten

 

Abstract Story

Dieses Buch Esmeralda, der Zweitmensch führt die astrozentrischen Vision weiter und beschreibt eine Realität, in die der virtuelle Geistsammler immer mehr der Wirklichkeit einfließen lässt, was ihn bewusst werden und die des amorphen Weltraumbildes gegenwärtig werden ließ. Was einst als Internet begann, hat als freier Denkraum jeder Entwicklungsrichtung Möglichkeiten geboten und den Fortschritt explodieren lassen. So wurde ein Menschheitstraum doch noch Wirklichkeit.

Inhaltsverzeichnis

 

 

Anzahl

Kapitel

Seiten

18.

Die Legende der Erdlinge 2

9

19.

Modalitäten

29

20.

Das denkende Überkonzept

33

21.

Die Spurensuche

45

22.

Das Auserwähltsein - Prinzip

87

23.

Die Verknüpfungen

115

24.

Die Entführung

194

25.

Die Suche

243

26.

Das Die Bedrohung

264

27.

Der Gottfaktor

291

28.

Das Vermächtnis

303

29.

Eine geheimnisvolle Novelle

319

30.

Die Tradition

367

31.

Die Schichtung

389

32.

Der Anhang:

Der Dialog

 

 

 

 

Leseprobe aus der Abstract Story

Macht ist substanzlos.

 

 

Macht ist sterblich.

18.08.2010

 

Die Entführung

 

     »Begonnen hatte die Entwicklung mit der verschrobenen Idee eines europäischen Visionärs Anfang des 21. Jahrhunderts, der den Tod überlisten wollte. Den menschlichen Geist für die Ewigkeit zu erhalten, war sein Ziel. Einerseits versprach er jedem die Möglichkeit geben zu können, seinen Geist abspeichert zurücklassen zu können und andererseits das erworbene Wissen, welches mit jedem sterbenden Individuum verloren ging, für eine ungeahnte Fortschrittsforcierung retten zu können. Dabei konnte man damals noch nicht einmal zwischen Geist und Bewusstsein unterscheiden, noch verfügte man über genügend Rechnerleistung für das Vorhaben. Dennoch gelang es ihm eine einfache Lebensform, einen Wurm völlig einzuscannen, die Form, die Funktionalität und die Hirnaktivitäten in die virtuelle Welt zu versetzen. Dort reagierte und agierte der virtuelle Wurm, genauso wie sein lebendes Vorbild mit dem kleinen Unterschied: der virtuelle Wurm agierte wie ein unter Amnesie leidender Wurm. Erinnerungen und Erfahrungen konnte man nicht einscannen, also Datensätze müssen mühsam erworben werden, erst dann ist eine Reflexion möglich. Das lernte er später aus seinen Experimenten. So einfach ließ sich also nicht der Geist einfangen. Was war also Geist?« Lusitana machte eine Pause in ihrem Vortrag, um ihn besser auf die Kinder wirken zu lassen.

Während Loretta unter ihr, der Hörsaal lag zwei Stockwerke höher, noch im Labor arbeitete für ihre Mission, erfüllte Lusitana die Zusatzpflichten allein. Da das geheime Forschungsprogramm unbemerkt und nebenbei laufen sollte, erübrigten Loretta und Lusitana die dafür benötigte Zeit, indem sie weniger wichtige gemeinsame Termine nur noch einzeln wahrnahmen und Lusitana weiter auf ihre Nachtruhe verzichtete, wie auch Bongo und Wilson II. Diese Umstrukturierung war nötig geworden, weil sich die benötigte Zeit für ihr geheimes Forschungsprogramm zu potenzieren schien und Esmeralda irgendwann aus dem Koma geholt werden musste. Die Zeit drängte und die erhofften Ergebnisse lagen immer noch nicht vor. Es war zum Verzweifeln, obwohl die Wilson Brüder seit Wochen mehr Zeit in Lorettas Labor als in ihrem Büroturm in Deutschland verbrachten. Dort waren sie für die Feldforschung entbehrlich, Wilsons II hatte seinen Stellvertreter schließlich gut erzogen. Bei Problemen konnten sie aber schnell mit dem Antigraph zurückjetten.

Normalerweise nahmen Lusitana und Loretta den Termin zusammen wahr, wenn sie einmal in der Woche eine Vorlesung für Kinder und Zweitkinder an ihrer Uni hielten mit dem Thema: Zweitmensch. Es war ihnen und den Kindern eine Herzensangelegenheit geworden, denn sie wuchsen jetzt fast ausnahmslos mit einem Robotar auf. Besonders interessierten die Geschichte der Entwicklung und der Erfahrungsschatz der Pioniere die Kinder. Das Thema wurde immer beliebter, die Vorlesungen waren regelmäßig überlaufen. Natürlich sorgte auch die kindgerechte und sehr abwechslungsreiche Präsentation der beiden Professoren Candyx-Watson das ihre bei.

Unterdessen ist der Höhepunkt des Vorlesungsnachmittags, wenn Bongo Watson, seit der Anpassungszeremonie offiziell Bongo Candyx-Watson „mitwirkte“. Er war sich bewusst, ein lebendiges Beispiel zu sein und gestattete den philosophischen Dialog über die Liebe, den er mit Esmeralda geführt hatte und der zu einem Musterdialog mutierte, den Kindern zu zeigen. Aber das wahre Ende des Dialoges kannte nur der Clansenat, das Geheimnis Lorettas Batag - Uhr, den Rückfall Bongos und Esmeraldas Erwähnung von CaD:

     »Ach so!« brummelte Bongo, unzufrieden mit dem Ende der Diskussion, er hatte immer noch nicht genug.

Bongo antwortete plötzlich, wieder einmal rückfällig, immer mit demselben Spruch und in der gleichen Spruchform. Das tat er immer, wenn er genug vom Leben hatte oder nicht weiter wusste. Die Formel der Blockade lautete:

     »Irgendwann geht jeder unter.«

Aber diesmal reagierte unerwartet Esmeralda. Ihre Stimme wurde um einen Hauch tiefer, unmerklich, aber für Clanmitglieder, die bessere Sinne als gewöhnliche Menschen besaßen, doch hörbar. Dann antwortete sie ebenfalls ungewohnt spruchartig, als sei es nicht sie, die da sprach:

     »CaD wird’s schon richten, er wacht über uns.«

So trat Esmeralda, deren Geheimnis vom Clansenat sorgsam gehütet wurde, noch im Koma, ohne dass sie selbst davon wusste und ohne dass jemand von ihrem komatösen Zustand etwas wusste, den Weg in die Öffentlichkeit an, ohne tatsächlich wahrgenommen zu werden. Im Bewusstsein der Kinder prägte sie sich als mütterliche Freundin von Bongo ein, als sei sie sein Schatten. Ihre Existenz war so gesichert eingeführt. Bongo sammelte das Aufmerksamkeitspotential aktiv auf sich und bündelte es auf das Forschungsobjekt „Bongo“ mit solchen Erfolg, das sich die Hintergedanken der Sichtweisen von innen und von außen langsam verflüchtigten. Längst hatte das Interesse des Universums, des § - Rates, des Variantenstammes und der Menschheit eine gemeinsame Basis gefunden, doch es begann sich abzuzeichnen, dass es ohne Geheimniskrämerei nicht abgehen würde. Die Fragen, die die unterschiedlichen Ebenen sich stellten, waren eben auch verschieden und ob dann das Gleichgewicht der Sichtweisen erhalten bleibt, wird sich zeigen.

Loretta hatte sich bereits zwei Mal entschuldigen lassen. Dafür hatte man Verständnis, Bongos Schicksal war zu interessant und so zu einer öffentlichen Angelegenheit geworden, wie damals bei dem Prozess. Lusitana gab sich alle Mühe, Loretta zu ersetzen, es gelang ihr ausgezeichnet, Dank Ca’rls Emo - translator. Dass sie plötzlich so emotional veranlagt war, bemerkte niemand im Hörsaal. Sie änderte ihre Verhaltensweisen so raffiniert, dass die Kinder sie nicht bemerken konnten. Zum zweiten Mal lockte sie mit dem Versprechen: heute gibt es das Neuste von Bongo. Lusitana erzählte den Kindern eine lustige Episode, die sie mit Bongo in der vorhergehenden Woche mit ihm erlebt hatte. Und solche gab es reichlich, denn Bongo war sehr umtriebig geworden. Je nachdem, wie schnell sie mit dem Lehrstoff vorankam, desto mehr Episoden erzählte sie. Nur durften das die Kinder nicht bemerken. Deshalb hatte sie heute einen Mitschnitt der Anpassungszeremonie angesagt, weil so etwas immer beeindruckte. Außerdem lenkt das von den tatsächlichen Veränderungen ab. Den geplanten Lifeauftritt von Bongo behielt sie für sich, da sonst die Kinder vor Vorfreude ausflippen könnten.

Bongo selbst freute sich über das Interesse der Kinder an ihm als Kind und wegen seines ungewöhnlichen Schicksals, aber noch mehr über das Desinteresse an seinem Stand als Zweitmensch. Er empfand sich im Herzen noch immer als Mensch, auch wenn sein Verstand ihm sagte, er sei ein Zweitmensch. Es schien aber kein Widerspruch mehr zu sein, da Carls Emo - translator äußerlich die Grenzen zu verwischen schien. Man sieht die Gefühlsregungen und fühlt sie kommen vom Herzen, Verstand hin oder her. Diese junge Generation aus Menschen und Zweitmenschen bereitete sich vor, als erste homogene Generation aufwachsen zu wollen, aber mit der Sehnsucht im Herzen auf eine Beseelung aller Zweitmenschen. Aus diesem Grund wirkte das Schicksal Bongos beispielgebend, da er nach der Anpassung beseelt erschien, seine Veränderungen waren einfach zu augenfällig. © KMS

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