40 Jahre Schreiben

Erschaffen Erinnerungen.

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Bildlyrik erzählt wie Songlyrik Storys.

Das Bild ist ihre Melodie.

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Bernadette Maria Kaufmann

bernadettesbuchwelten

Gigabuch Michael Band 10

eBook

33.

Hauptwerk

Aus der Reihe

Gigabuch Michael

Band 10


Das Gigabuch Michael ist von Anfang an stilistisch dual aufgebaut, wodurch die Autorinnen Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder authentisch bleiben konnten. Während die Traumstory ihre dynamische Echtzeit beibehalten sollte, war der Grundsatz der Ergänzungstexte der anregende Gedanke. Beide sollten das Maß an Nachhaltigkeit erzeugen, die die traumselige Sinnlichkeit an Aufwertung benötigt. Das Präsens zu verwenden barg das Risiko, als Vorschrift abgetan zu werden. Um allerdings echte Lebendigkeit auszudrücken, muss man die unfertig wirkende Gegenwart bemühen, auch wenn das die Gedanken oberlehrerhaft macht.

 

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder

 

Michael.

Ein Traum-Schicksal in Tagebuchblättern.

™Gigabuch Michael Band 10

 

Woss-Legende 6

Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2014

ISBN 978-3-735764-15-7

eBook

Leseprobe

Notat 449

Die Nacht zum 3. Juni 1995

Einschlaftraum /Aufwachtraum

Wir kuscheln. Ich bin äußerst trostbedürftig, da mich die Skrupel im Hirn nerven, wie ich wohl hinter das Geheimnis Claytons kommen soll, wenn es selbst den Astralen verborgen geblieben ist. Michael gibt sich alle Mühe, mich abzulenken. Auch er ist von Woss reß im Unterbewusstsein gereinigt worden und hat eine laue Ahnung von der unheimlichen Dimension dieser Aufgabe.

»Warum ich?« -

»Ach, Einhörnchen, wegen deiner hohen Kunst des Erforschens von Unbekannten. Ich liebe dich.« haucht er.

»Liebst du meine Ängste?« bremse ich sein seliges Geplätscher.

»Ach, weißt du,« öffnet er rachemäßig seine Krisenfalte, »wenn ich über deine Kunsthaut streiche, ist mir, als wärst du eine junge Frau.

So elastisch und samten. Dann frage ich mich, wie ein so alter Kerl wie ich eine solche Göttin haben kann. Und es macht mich krankhaft eifersüchtig, Petra, wenn ich bedenke, wie du mit deiner Chemie herum experimentierst und alle liegen dir zu Füßen. Warum solltest du eigentlich bei mir bleiben?«

»Aber Joker!« falle ich aus allen Wolken und entgegne entsetzt: »Ich bin doch leider nicht mehr die Summe meiner Wirkung, die ich erziele. Ich bin nur noch mein Bewusstsein und das ist dir ebenbürtig. Oh, je, weißt du das immer noch nicht? ... Okay, genetisch ist mein Bewusstsein im Alter von 98 stehen geblieben. Mag sein, weil mir das gencodierte Feedback fehlt, altere ich nicht wie du. Du interpretierst mich stets aus den Merkmalen heraus, die ich nicht bin! Liebst du denn nur noch meinen Körperersatz und nicht mehr meine Seele? Da musst du ja Eifersucht züchten!« -

»Deine Vollkommenheit blendet mich. Ich dürfte dir nur noch in die Augen sehen, wenn ich dich auf die Seele reduzieren soll.« -

»Und, liebst du meinen Geist?« -

»Platonisch.« knurrt er.

»Wieso?« -

»Der springt so weit vor mir her, dass ich ihn nie einholen kann.«