40 Jahre Schreiben

Erschaffen Erinnerungen.

Ein Bild ist wie ein Song.

Bildlyrik erzählt wie Songlyrik Storys.

Das Bild ist ihre Melodie.

Unser Liebblingsblog

 

Bloggerin

Bernadette Maria Kaufmann

bernadettesbuchwelten

40 Jahre

Nr. 6

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0366

Druckskript von 2002

 

Seite 26-27

 

 

Die Werksbibliothek?

 

Die Werksbibliothek nahm ihren Anfang mit dem Laserdrucker, der A5 und doppelseitig zu drucken vermochte. Ab da ging ein –Buch machen Gefühl- richtig los. Nachdem wir ein Zeichengerät zum Konturenabzeichnen erworben hatten, funktionierte auch die grafische Darstellung. Gemeinsam verwandelten wir alle unsere literarischen Texte in Hefte, Broschüren, Büchlein, Bücher und Buchreihen, versorgten sie mit einem „Gesicht“ und ließen sie binden. Die gleichartigen Umschläge sorgten für ein ebenmäßiges Design unserer immer voller werdenden Bibliotheksregale.

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0361

Kurzgeschichtenband von 1988

 

 

Rückgabe mit Korrekturen

 

 

 

 

 

 

Der Formentscheidungsautor?

 

Mein Verhältnis zum Buch entsprach dem üblichen Interesse eines Autors, der sich nur für den Inhalt verantwortlich fühlte. Ich sah es nicht anders. Beim Manuskript (Handschrift) entschied ein Autor nur über Überschriften, Absätze im Text und doppelte oder einfache Anführungsstriche für direkte und indirekte Rede, beziehungsweise entweder jeder neue Absatz oder jede wörtliche Rede eingerückt. Mit dem Schreibmaschinenskript ging auch das nicht. Mehr als ein Schriftbild vorzuschlagen, welches dann vom Setzer grundlegend verändert wurde, hatte ein klassisch vom Verlag abhängiger Autor nicht zu bestimmen. Nur der Inhalt und die Formentscheidung oblagen ihm.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0362

Kurzgeschichtenband von 1988

 

 

Rückgabe mit Zitatprüfung

 

 

 

 

 

 

Selbst drucken?

 

Selbst drucken können änderte alles. Mit dem Eigendruck erwachte in mir der Anspruch, auch das Äußere eines Buches bestimmen zu wollen, was traditionell in Verlagshand lag. Anstelle der Formentscheidung gehörten nun das Layout des Textes dazu, die Gestaltung der Titelseite mit einem Bild oder Muster und der Umschlag. Jetzt rückte in den Vordergrund, was Setzer, Grafiker und Lektoren entscheiden. Material, Größenverhältnisse, Bildmenge, Design.

 

Ich lernte, das Buch über den Text hinaus zu kreieren, über die Textgrenze hinaus zur sinnlichen Ausdruckskraft eines Werkes zu entwickeln.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0357

Kurzgeschichtenband von 1988

 

 

Nadelstreifendruckskript Seite 5

 

 

 

 

 

 

Fantasie?

 

Fantasie haben ist von Vorteil. Meine Erkenntnis lautet, Fantasie ist nur ein Rohstoff. Ich las die Geschichten meiner Schwester immer Korrektur, schon weil es mich reizte, mich über ihre Fehler kaputt zu lachen. Sie hat schon deshalb Humor entwickeln müssen. Ihre Fantasie beeindruckte mich nicht mehr, sie warf damit nur so um sich, dass der Gewöhnungseffekt eintrat. Aber als ich ihre erste Erzählung lesen durfte, traf mich die Erkenntnis, wie überbewertet Fantasie ist. Wenn sie in einem formvollendeten Werk daherkommt, bemerkt man sie gar nicht mehr. An die Stelle des Wagemutes eines Einfalls tritt die Erzählbrillanz und gibt der nackten nicht nur ein schmeichelndes Kleid, sondern ein Universum. Strahlend schön und das aus dem Nichts. Sie konnte mich auch verblüffen.

© Karin Mettke-Schröder