40 Jahre  ™Gigabuch-Bibliothek

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Unser Liebblingsblog

 

Bloggerin

Bernadette Maria Kaufmann

40 Jahre

Nr. 2

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0138

Druckskript des Nachwortes

 

 

Nachtträge füllen auch 114 Seiten

 

 

 

Buchprojekte?

 

 

 

Buchprojekte waren immer eine Gemeinschaftsarbeit, einstmals in einem Verlag nach kaufmännischem Kalkül erledigt und durch den Verkaufszwang des Urheberrechts ohne Mitspracherecht des Autors ausgeführt. Damit wollten wir uns nie abfinden. Jetzt bündelten wir unsere Kräfte und setzten auf den Branchenumbruch. Was konnte uns schon passieren, was schlimmer als ein Verlagsvertrag wäre? Unsere Zusammenarbeit scheiterte nicht an der Tragödie mit meinen Gedichten, schon gar nicht, wo am Horizont endlich neue Wege sich auftaten. Uns begleitete nun die Aufbruchstimmung durch dieses Projekt.

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0136

Druckskript von 2003

 

 

96 Einträge füllen 114 Seiten

 

 

 

 

Philosophie?

 

 

 

Philosophie gehörte als normaler Bestandteil zum Denken meiner Schwester Petra in jener Gedichtära. Diese Grundhaltung lud zur Diskussion ein, beruhte auf einer Kommunikation ohne Gefälle oder Barriere, also auf Augenhöhe und begründete unsere Teambildung. Die Themen wechselten, die Bereitschaft gemeinsam etwas zu überdenken und den Konsens zum Handlungsmotor zu machen, blieb bis heute. Wir lernten Absprachen, Planen, Kritisieren, Aufbauen, Aushelfen, Trösten und alles überstehen, weil das Kommunizieren funktionierte.

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0132

Aphorismen von 1987-2003

 

 

Gedichtbanderweiterung aus Fundus

 

 

Kommentarlos?

 

 

 

Kommentarlos konnte das Gedichtbandprojekt 2004 nicht bleiben, nachdem ich gerade die Bearbeitung eines Nachlasses als wissenschaftliche Arbeit beendet hatte. Ich ordnete es daher als Frühwerk meiner Schwester Petra ein und meine Gedanken über ihre Entwicklung ließen sich nicht stoppen. Ich überblickte vom ältesten Vers (1976) bis zum Korrekturzeitpunkt (2004) den Prozess des Werdens und las wie aus einem Lehrbuch. Mir wurde überdeutlich, welch ein Luxus Wissen ist, weil Wissen entscheidend das Leben lebendig, nachhaltig und zufrieden ausfüllen kann. Aber weder Wissen noch Werke entstehen durch Zauberhand, in beides muss Arbeitskraft investiert werden und wird daran nicht gespart, überlebt ein Werk den Zeitgeist.

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0120

Aphorismen im Gedichtband

 

 

Gedichtschreiben klingt 1985

 

 

 

 

 

Die Ära?

 

Die Ära der Gedichte ging in der Eroberung anderer Genres unter. Vom Gedichteschreiben angestoßen, wollte ich mehr ausdrücken, weiter ausholen und tiefer gehen. Die Schreibfreude hielt dem Format eines Gedichtes nicht mehr stand. Zwischen dem 18.10.1979 »Freiheit« bis zum 10.05.1987 »Aphorismen« liegen 96 Einträge, was einer Bearbeitungsgeschwindigkeit von rund 25 Tagen pro Gedicht entspricht. Dennoch empfand ich keine Eile und schickte lieber den Gedichtband in den Dornröschenschlaf, als mich verbiegen zu lassen!

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0117

Inhaltsverzeichnis des Gedichtbands

 

 

Einträge von 1979-1987

 

 

 

 

 

Eine Konzeption?

 

Eine Konzeption, wie man Gedichte sortieren könnte, fehlte mir gänzlich. Mir kam nicht einmal die Idee, dass ich eine Strategie benötigen könnte, um den Berg der Entwürfe abzuarbeiten. Ich befasste mich wahllos mit den vorliegenden Themen oder ging der aktuellen Inspiration sofort nach, entscheidend war immer, ob ich den Bearbeitungsparcours bis zum Gefühl FERTIG schaffen konnte. Ich hatte einen regelrechten Hunger nach FERTIG. Und so ergab sich ein Konzept: Chronologisches Fertigstellen. Es war zugegebenermaßen sehr naiv, ein Werk ohne Aufbau fertigen zu wollen, aber aus der Sicht 24 Jahre später ist dieser Mangel auch ein Gewinn, denn man kann die Handschrift des Erlernens aus dem Gedichtband lesen. Auch ein Konzept!

© Petra Mettke

Gedicht „Inya-he-yukan“

 

Rückseite mit Initiale

 

 

 

 

 

 

Gedanken ausprobieren?

 

Gedanken ausprobieren ist Selbstwert bildend. Ich konnte über meine Gedichtthemen unvoreingenommen mit Freunden und mit Familienmitgliedern reden. Ich vermied dabei die Barriere aufzurichten, die meine dichterischen Pläne hätten erzeugen können. Auf Augenhöhe ausdiskutierte Argumente machten es leichter, die Vokabeln zu finden, die dem Gedicht das Eigene gaben und die Gabe der doppelten Bedeutung mitbrachten. Ich erwarb ganz langsam die Balance, zwischen der Vergesellschaftung zwecks Diskussion und der Isolation zwecks ungestörter Arbeit. Das gab mir das Gefühl von Kreativität.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0110

Gedicht mit Wirkung

 

2. Gedicht »Dimensionen« von 1979

 

 

 

 

 

 

Lob erheischend?

 

Lob erheischend ist extrovertiert. Ich wusste schon immer, so bin ich nicht. Was ich mache, gebe ich offen zu, aber ich hausiere damit nicht. Etwas vorweisen zwecks Bewunderung ist nicht mein Stil.

 

Die entscheidende Instanz für alles, was man tut, ist die Familie inklusive der Verwandtschaft und der Freunde, die über Lob, Tadel oder Ignoranz steuern, wie man sich entwickelt. Meine Familie reagierte unterschiedlich, aber nie ablehnend. Sie hinderten mich nicht am Schreiben. Dann malte eine Jugendfreundin mit ihrer Begabung kunstvoll eines meiner Gedichte auf Holz. Es hing an der Wand. Das lasen alle. Ich erhielt das erste Lob der Hochachtung. Die Freude fällte die Entscheidung mit, es ernsthaft mit der Literatur zu versuchen.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0107

Originaler Gedichtband von 1979

 

200 Blatt liniert

 

 

 

Standards?

 

Standards waren mir durchs Lesen vertraut und ich wusste, jedes Buch hat ein »Gesicht«: Autor, Titel, vielleicht eine Grafik und Genreangabe. Es gibt kein anonymes Buch. Aber Standards nutzen und selbst einhalten sind zwei Paar Schuhe. Dass mein Gedichtband nur meine Initiale trug und kein Platz für ein Deckblatt blieb, bemerkte ich Jahre später. Meine ganze Aufmerksamkeit investierte ich in die Qualität der Gedichte. Dadurch fiel es mir lange nicht auf, was ihm fehlte. Blätter gab es genug, aber ich hatte keinen Platz für ein »Gesicht« gelassen und konnte so nie ein Deckblatt nachtragen. Und das war nicht der einzige Fehler.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0108

Originaler Gedichtband von 1979

 

96 Blatt liniert

 

 

 

 

 

Vorhaben?

 

 

Vorhaben und Werdegang können sich unterscheiden. Mein Gedichtband hatte zumindest etwas, was zu den Standards, aber nicht zwingend zu einem Gedichtband gehörte, er bekam ein Inhaltsverzeichnis. Ich ließ großzügige 2 Blätter frei um das erste Gedicht am 18.10.1979 einzutragen und trug den Titel ins Inhaltsverzeichnis. Als ich die letzte Zeile des Inhaltsverzeichnisses am 19.02.1983 ausgefüllt hatte, musste ich danach ein weiteres Inhaltsverzeichnis für die letzen 27 Einträge hinten anlegen. Übererfüllte ich meine Erwartungen oder hatte ich mir eine solche Fülle nicht zugetraut? Egal wie herum, es ist der zweite Fehler.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0105

Gedichtfertigstellung

 

 

Originale von 1978-2004

 

 

Eigene Regel festlegen:

Signieren mit Datum und Initiale.

 

 

Kunst?

 

Kunst als Ziel ist ein hohes Vorbild. Lesen bildet, lesen formt. Im Laufe der Zeit brach bei mir die dritte Dimension durch und ich bekam wenigstens bei manchen Büchern das Gefühl, ihren Kunstwert zu ahnen. Erste Anhaltspunkte, wie man das aufspürt, waren Muster hinter den Inhalten entdecken und Erwartungen an den Stoff oder Erzähler, die nicht eintrafen oder übertroffen wurden. Jeder Unterschied lehrte mich das Beurteilen. Das spornte mich an und ich legte los, verfasste meine Vorstellung von Kunst. In Wirklichkeit begann ich Entwürfe zu produzieren. Ich lernte, Kunst beruht nicht allein auf Talent, sondern ist harte Arbeit. Sie wird nicht aus dem Handgelenk geschüttelt, sie beginnt immer mit dem Anfang, also mit Entwurf oder Skizze.

© Petra Mettke