40 Jahre  ™Gigabuch-Bibliothek

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Unser Liebblingsblog

 

Bloggerin

Bernadette Maria Kaufmann

40 Jahre

Nr. 1

Der Fall Michael Jackson

 

 

Dokumentation Seite 1

 

 

Objektiv?

 

 

 

Objektive Faktensammlungen kann man überall recherchieren, ein subjektives Gedächtnisprotokoll nicht. Schon bei der Sammlung von Informationen ergeben sich spontane Gedankengänge, Zusammenstellungen von Daten, die sich eventuell nie wieder erschließen lassen. Sie können sich nicht bewahrheiten, das sind dann die Späne im Stoffaufbau, sie können aber auch den Blick hinter die Geschichte durchscheinen lassen und den literarischen Röntgenblick erzeugen. Ich habe im Umgang mit Materialien immer meine Ansicht bevorzugt, nur sie ist berechtigt, mein Copyright zu tragen, dass macht über jede Art von Kopieren müssen erhaben.

© Petra Mettke

 

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0079

Songtextentwurf zu Goethefilm

 

 

Rap-Titel als Werbemittel

 

 

 

Kreativität?

 

 

 

Kreativität bedeutet nicht, dass man das tut, was man kann, sondern das tut, was einem vorschwebt. Die Expedition in die eigenen Fähigkeiten ist die beste Wegetappe im Leben. Sie endet nicht selten im Nichts, aber all die Versuche, die es schaffen, sind es einfach wert, sich die Mühe mit der Suche nach eigenen Talenten gemacht zu haben. Ich liebe es, kreativ zu sein.

 

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0077

Datensicherung Anno 1995

 

Diskette als Sicherheitskopie

 

Datenverluste?

 

 

Datenverluste entstanden bei uns durch den mehrfachen Standardwechsel der Computer. Jedes Mal, wenn das System erneuert wurde, mussten alle Dateien konvertiert werden. Die Gedichtsammlung von 1991 ist eine der vielen Dateien, die von der Festplatte eines ausgedienten Computers per Diskette auf das neue System übertragen werden sollte. Wir hatten viele Disketten, aber ihr Speicherplatz war so klein, dass manches Foto zu groß war und überhaupt nur eines darauf passte. Wir sicherten die Daten nach Wichtigkeit. Doch ob das Gedichtbändchen versehentlich auf der Diskette überspeichert, oder die Übertragung vergessen wurde, oder einfach nur liegen geblieben und irgendwann kein Laufwerk mehr existierte, um die Diskette auf ihre Daten zu kontrollieren, weiß ich nicht. Hätte ich geahnt, dass uns einige digitale Supergaus bevorstanden, ich hätte die Originale als Sicherheitskopie behalten.

 

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0075

Traumtagebuch von 1991

 

 

Dokumentation von 15 Träumen

 

 

Regeln?

 

 

 

Regeln, wie man ein Traumtagebuch führt, füllen Regalwände. Um ein Experiment zu starten, ist es unumgänglich, soviel als möglich davon zu lesen, sonst kann man es lassen. Ich wählte die Ann-Faraday-Methode. Die nächtliche Aufzeichnung wurde nummeriert und tags drauf mit voller Wachheit neu formuliert. Uhrzeit und Datum werden ergänzt. Anschließend folgt ein Blatt mit der Analyse. Warnung: Es ist ein derart intimer Einblick, dass man sorgsam mit dem Material umgehen lernen muss!

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0069

Projektmitschrift der Filme

 

 

Eintrag vom 30.11.1988

 

 

 

 

Frauenpower?

 

 

Frauenpower zählte nicht. Das war schlichtweg die Realität, die wir vorfanden. Unser erster Satz im Filmtagbuch belegt, wie ernst wir genommen wurden. Wir wussten um die üblichen Vorurteile. Also setzen wir den üblichen Hebel an und verschafften uns Respekt mit Durchhaltevermögen. Das Unschöne ist längst vergessen, geblieben ist unser Film, eine Arbeit, die ich nicht missen möchte.

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0068

Projektmitschrift von 1988

 

 

Dokumentarfilm 7 Seiten

 

 

Märchenfilm 5 Seiten

 

Projektarbeit?

 

 

Projektarbeit ist Teamarbeit. Absprachen entscheiden über Top oder Flop. Wir gingen von vornherein auf Nummer sicher und notierten alles im Filmtagebuch, was sich auszahlte. Die vielen Dinge, die organisiert, kreativ gelöst oder nur irgendwoher besorgt werden müssen, machen eine Übersicht schwierig.

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0063

Entwurf „Ungeklärte Fragen“

 

 

Seite 4

 

 

Originalmanuskript mit 4 Blättern

 

 

 

Phantasie?

 

Phantasie und Inspiration unterscheiden sich durch den Faktor Ausbaufähigkeit. Während der Phantasie diese Funktion fehlt, ist die Inspiration der Anstoß zur Entwicklung einer kreativen Idee. Ich hatte sehr schnell heraus, was entwicklungsfähig war und was nicht, denn das Belohnungssystem im Kopf wird durch das Denken auf unbetretenen Wegen aktiv.

 

Nicht alle kreativen Ideen erfüllen das Maß, welches sich herausbildet, gut zu sein. Um die Entwürfe bis zum Prädikat gut zu verbessern, ließen mir die besseren Ideen keine Zeit.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0056

Originalbrief von 1986

 

 

 

 

Schönschrift wurde versendet.

 

 

 

 

Abschied?

 

Der Abschied von guten Freunden ist eine traumatisierungsfähige Entscheidung. Dem Rechtfertigungsbedürfnis folgend schrieb ich meine Gründe nieder. Doch mein emotionales Chaos ließ den Textfluss immer wieder stolpern, so dass ich gezwungen war, ihn ordentlich abzuschreiben. Dem ist zu verdanken, dass sich dieser Briefentwurf erhielt.

 © Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0047

Erzählung „Das Ende eines Lebens“

 

 

Schreibmaschinenskript vom 16.05.1984

 

 

Überarbeitungsstufen wurden sofort abgeschlossen.

 

 

Am Ende?

 

Am Ende planten wir das Denken gemeinsam. Es wurde kollektiv vom emotionalen Entwurf in ein rationales Konzept gebracht, künstlerisch zu einem Genre verfeinert und es trug die Herzenshandschrift der Wahrheit.

 

Niemand kann gleichzeitig und sofort in einer Situation stecken und auf sie von außen herabsehen, um zu begreifen, was passierte. Das war die Lektion unseres Lebens!

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0045

Erzählung „Das Ende eines Lebens“

 

 

Schreibmaschinenskript vom 16.05.1984

 

 

Überarbeitungsstufen wurden sofort abgeschlossen.

 

 

Am Anfang?

 

Am Anfang war ein traumatisches Erlebnis und keine Erzählung, doch die familiäre Verarbeitung der situativen Killererfahrungen teilte das Grauen in dramatisierbare Brocken. Ich war mir immer bewusst, das Negative lotet für uns die Grenzen aus und diese Grenzerfahrungen sind sehr wertvoll. Keiner macht sie freiwillig. Sie unbearbeitet zu lassen, wäre Unterlassung. Die bedingungslose Treue hatten wir alle eingebüßt, aber die sachbezogene Treue gab uns einen neuen Horizont.

© Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0043

4. Bearbeitungsstufe:

 

 

Digitalisierung des Textes von Blatt 1

 

 

Ausdruck von Seite 1

 

Bearbeitungsdauer?

 

Eine Bearbeitungsdauer ist die große Unbekannte in der Rechnung des Schreibens. Manches geht schnell, ohne an Qualität zu verlieren, manches nicht. Vieles kommt dazwischen. Die Geschichte mit dem Internat träumte ich 1983 und schrieb sie sofort auf, aber über den ersten Computer mit Drucker verfügte ich erst 1988. Fünf Jahre Arbeit investierte ich in die Kurzgeschichte. Ihre Datei ging durch den Zwang alles auf das nächste Computersystem zu konvertieren verloren. Der Ausdruck von Blatt 1 unterstreicht, wie unsicher digitale Ablagen waren und noch sind.

 

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0031

Bearbeitungsspuren 3

 

Original von „Quetzalcoatle“

 

Fehler: Rückblenden zu unbeholfen.

 

 

 

Mythos?

 

Ein Mythos der Mayas ist Quetzalcoatle. Anfang der 80er Jahre habe ich viel darüber gelesen und die Faszination erzeugte bei mir sofort diesen Entwurf.

 

1) Von heute aus gesehen stelle ich fest, mich haben stets nur außergewöhnliche Menschen zum Schreiben inspiriert, das finde ich authentisch. Ich bin mir also zeitlebens treu geblieben.

 

2) Nach 35 Jahren habe ich endlich verstanden, was die Skizze wirklich beschreibt. Ich habe viel lernen müssen, um aus der unbewussten Sprache den ungeheuren Sachverhalt herauslesen zu können. Heute kann ich das Mythische einer Person mühelos erklären.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0030

Bearbeitungsspuren 2

 

Original von „Quetzalcoatle“

 

Fehler: Blätterzählung, anstatt Seitenzählung.

 

 

 

Wertfrage?

 

Die Wertfrage entscheidet später darüber, ob man eine Skizze noch verwenden kann. Wenn man seinen Ideen wirklich Wert beimisst, hält man Entstehungsdaten, Literaturhinweise und Plotinformationen auf der entsprechenden Seite fest, um das begonnene Werk fertig stellen zu können. Denn zwischen den Bearbeitungsstadien können unkalkulierbare Zeiträume verstreichen, die vergessen lassen, was der Entwurf werden sollte.

 

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0029

Bearbeitungsspuren 1

 

Original von „Quetzalcoatle“

 

Fehler: Papierreste aus den 60ziger Jahren.

 

 

Datierbarkeit?

 

 

Eine Datierbarkeit ist kein Problem, wenn die Datierung dem Text beigegeben ist. Das Original der Gedankenskizze über Quetzalcoatle (gefiederte Schlange) umfasst 13 Seiten und ich datierte den Text nicht. Ich benutzte zwar zum Zeitpunkt des Schreibens tadelloses Papier, welches sich ordentlich abheften ließ, berücksichtigte aber nicht, dass es bereits 20 Jahre älter war als mein Entwurf. Leider macht die Verwendung von Altpapier die Datierungsmethode übers Papier unmöglich. Schätzungsweise entstand das Fragment zwischen 1980-1984.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0025

 

Vergilbendes Schreibmaschinenpapier

 

Abschrift „Das Ende eines Lebens“ 1984

 

 

 

Zeitdimensionen?

 

 

 

Zeitdimensionen bedenken ist weise. Wenn man jung ist und sich ernst nimmt, gelingt das. Ich ahnte vor meinem Berufseinstieg nicht, dass es auch eine Stressfähigkeit von Schreibmaschinenpapier geben könnte, weil ich noch nie eine Ablage bearbeiten musste. Hätte ich alle Entwürfe verarbeitet, wäre die knappe Haltbarkeitsdauer von altem Papier kein Problem gewesen. Wer sich die Mühe zu schreiben macht, sollte immer auf Nachhaltigkeit Wert legen.

 

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0017

 

Erlebnisbericht

 

 Originalblatt von 1976

 

 

Optimierung?

 

 

 

 Die Optimierung eines Textes wurde fortan mein Interesse. Es verlangte:

 

1. Die wunden Punkte zu finden,

 

2. Schwachstellen sachlich auszudrücken,

 

3. Vorschläge zu unterbreiten und

 

4. die Überabreitung anzuerkennen.

 

Um Kritik wirksam zu machen, muss sie verbessern, nicht tadeln. Das ist eine Aufgabe, die man erlernen kann und muss, will man kritisieren. Bekritteln ist Stümperei und nicht mein Stil.

 © Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0016

 

Erlebnisbericht

 

Originalblatt von 1976

 

 

 

Reiten?

 

 

 

 

Reiten ist mehr als ein Sport und viel mehr als ein Hobby. In unserer Familie gehörte es dazu. Es war nur eine Frage der Zeit, wann es auch Thema im Schreibprozess werden würde.

 

Meine Schwester begann mit der Abfassung von realen Berichten meine Meinung einzuholen und nachdem ich meine Neugier befriedigt hatte, lernte ich über äußere und inhaltliche Kriterien bei Texten nachzudenken. Es lag mir fern, daraus einen Berufswunsch abzuleiten.

 © Karin Mettke-Schröder

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0010

 

Romanfragment ohne Titel

 

Originalblatt von 1976

 

 

 

Ideen?

 

 

 

 

Ideen waren bei mir nicht einfach da, aber ich fand schnell heraus, wo.

 

1) Sie kommen nicht, wenn man nur auf andere schaut. Damit kultiviert man nur Neid!

 

2) Sie kommen nicht, wenn man in den Spiegel schaut. Das ist blanke Zeitverschwendung!

 

Sondern, die Welt beobachten, wie sie tickt. In sich schauen und lernen, wie man tickt. Erkenntnisse und Gefühle zusammenfügen. Ausdrücken, was meine ich wirklich? Beschreiben, wie empfinde ich die Welt?

 

Und schon kamen die Ideen und überströmten mich! Leider notierte ich nicht konsequent die Entstehungsdaten.

© Petra Mettke

Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder-0007

 

Romanfragment ohne Titel

 

 

Originalblatt von 1973

 

 

 

 

Papier und Bleistift?

 

 

 

Papier und Bleistift sind ein Medium, aber die Haltbarkeit ist beschränkt. Hätte ich wissen können!

 

Ich benutzte wahllos alles, was ich kriegen konnte. Das sieht man heute. Ich dachte einfach nicht daran, dass ich mit dem Beschreiben meine Gedanken konserviere!

 

Für mich waren es beim Schreiben Notizen zum Wegwerfen. Später beim Lesen empfand ich sie schon als Ansichten zur weiteren Verwertung. Ich ahnte nicht, dass sie unwiederbringlich werden könnten.

 

Hätte ich mir damals mehr Wert zugebilligt, hätte ich die Materialien nachhaltiger gewählt, um mir die Chance zu gönnen, in Zukunft von mir zu lernen.

© Petra Mettke